
Der Gerichtshof der Europäischen Union hat in einem wegweisenden Verfahren entschieden, dass Bürger aus EU-Mitgliedstaaten Online-Glücksspielanbieter auf Erstattung von Verlusten verklagen können, die während Zeiten entstanden sind, in denen das betreffende Angebot in ihrem Wohnsitzland illegal war, und zwar auch dann, wenn nationale Vorschriften später liberalisiert wurden, während die Mitgliedstaaten weiterhin das Recht behalten, Glücksspiel einzuschränken und frühere Rechtswidrigkeit Entschädigungsansprüche ermöglicht.
Ein in Deutschland ansässiger Kläger hatte zwischen Juni 2019 und Juli 2021 Online-Slots sowie Lotteriewetten bei einem maltesischen Anbieter platziert, zu einer Zeit als Online-Casino-Glücksspiel in Deutschland noch untersagt war, und das Gericht stellte fest, dass diese Einsätze unter Verstoß gegen damalige nationale Bestimmungen erfolgten, wodurch ein Anspruch auf Schadensersatz entstehen kann, auch nachdem das deutsche Recht im Jahr 2021 schrittweise geändert wurde.
Die Verhandlungen vor dem EuGH drehten sich um die Frage, ob das Verbot zur Zeit der Einsätze eine Rückforderung ermöglicht, und die Richter bestätigten, dass die damalige Illegalität maßgeblich bleibt, während spätere Legalisierungen keinen Einfluss auf bereits entstandene Ansprüche haben.
Das Urteil stützt sich auf die Auslegung von EU-Recht in Verbindung mit nationalen Glücksspielregelungen, wobei die Richter betonten, dass Mitgliedstaaten weiterhin befugt sind, den Zugang zu Glücksspielen zu beschränken, um öffentliche Interessen wie Verbraucherschutz und Kriminalitätsbekämpfung zu wahren, und dass diese Befugnis auch rückwirkende zivilrechtliche Konsequenzen für Anbieter umfasst, die gegen frühere Verbote verstoßen haben.
Beobachter verweisen darauf, dass das Verfahren unter dem Aktenzeichen C-440/23 sowie verwandten Verfahren geführt wurde, und die Entscheidung stellt klar, dass Anbieter, die in einem Mitgliedstaat tätig waren, während das Angebot dort verboten war, mit Schadensersatzforderungen rechnen müssen, unabhängig von späteren Marktöffnungen.

Spieler, die zwischen 2019 und 2021 vergleichbare Einsätze getätigt haben, können nun zivilrechtliche Schritte gegen Anbieter prüfen, und Gerichte in Deutschland sowie anderen EU-Ländern werden künftig anhand dieses Urteils entscheiden, ob Erstattungen für Verluste aus der illegalen Phase gewährt werden, während Anbieter mit Sitz in anderen Mitgliedstaaten ihre Compliance-Strategien anpassen müssen, um ähnliche Forderungen zu vermeiden.
Statistiken aus früheren Verfahren zeigen, dass eine Vielzahl von Klagen in vergleichbaren Konstellationen bereits anhängig war, und das EuGH-Urteil schafft nun eine einheitliche Grundlage, auf der nationale Gerichte aufbauen können, ohne dass spätere Gesetzesänderungen die früheren Ansprüche entkräften.
Vertreter von Glücksspielunternehmen haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen und prüfen derzeit interne Prozesse, während deutsche Aufsichtsbehörden darauf hinweisen, dass das Urteil die bestehenden Regelungen zum Schutz von Verbrauchern ergänzt, und Beobachter aus der Rechtswissenschaft betonen, dass die Klarstellung zur Illegalität als Voraussetzung für Erstattungsansprüche für zukünftige Fälle richtungsweisend bleibt.
In Juni 2026 werden weitere Verhandlungen vor deutschen Gerichten erwartet, die sich direkt auf diese EuGH-Entscheidung beziehen, und Anwälte bereiten bereits Musterklagen vor, die auf die Zeitspanne zwischen 2019 und 2021 abzielen, um die praktische Umsetzung zu testen.
Das Urteil bestätigt, dass EU-Bürger Schadensersatz für Verluste aus illegalem Online-Glücksspiel einfordern können, dass Mitgliedstaaten das Recht zur Beschränkung behalten, und dass frühere Rechtswidrigkeit auch nach Liberalisierung Entschädigungen ermöglicht, während die genaue Umsetzung in nationalen Verfahren erfolgt.
Die Pressemitteilung des EuGH zu diesem Fall ist unter diesem Link abrufbar und enthält weitere Details zur Begründung.